Unser Newsletter aus August
JETZT ENTSCHEIDET SICH DIE ZUKUNFT VON GUT MELB
Liebe Freundinnen und Freunde von Gut Melb,
seit dem 1. Juli steht Gut Melb zum Verkauf. Der Bau und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) hat ein öffentliches Bieterverfahren eingeleitet, bei dem das Höchstgebot entscheidet. Unsere im vergangenen Dezember eingereichte Interessenbekundung für eine gemeinwohlorientierte Nutzung blieb unberücksichtigt. Damit sind wir an einem entscheidenden Punkt angekommen.
Seit mehr als fünf Jahren arbeiten wir ehrenamtlich daran, Gut Melb als Kulturdenkmal und einzigartigen Naturraum zu erhalten und wieder für die Menschen in Bonn zu öffnen. Wir haben ein umfassendes Nutzungs- und Finanzierungskonzept erarbeitet, Fachleute unterstützen uns und die Resonanz auf unser Vorhaben wächst.
Was uns jetzt fehlt, ist eine tragfähige Anschubfinanzierung, mit der der Erwerb und die Revitalisierung von Gut Melb möglich werden.
Was wir jetzt brauchen
Unser Konzept steht. Jetzt brauchen wir Menschen, die uns helfen, es zu realisieren – die in Gut Melb investieren oder uns den Zugang zu möglichen Finanzierungspartnern eröffnen. Ebenso wichtig ist fachliche Unterstützung bei der Weiterentwicklung eines tragfähigen Finanzierungsmodells und bei den rechtlichen Fragen, die mit Erwerb, Sanierung und zukünftiger Nutzung verbunden sind.
Besonders helfen uns Kontakte zu privaten Förderern, Stiftungen, Unternehmen und Family Offices sowie Expertise in Finanzierung, Immobilienentwicklung, Gesellschaftsrecht, Immobilienrecht und Baurecht.
Vielleicht können Sie selbst etwas beitragen. Vielleicht kennen Sie jemanden, für den unser Konzept für Gut Melb interessant sein könnte. Dann schreiben Sie uns oder leiten Sie diesen Newsletter und einen Hinweis auf unsere Website (https://gut-melb.de/unser-konzept/) weiter.
Warum Gut Melb erhalten werden muss
Wer den Melbweg vom Tal des Engelsbachs zum Nachtigallenweg spaziert, passiert ein repräsentatives Herrenhaus von 1875 mit Loggia und Aussichtsplattform und einer daran anschließenden dreiflügeligen Hofanlage mit Kutscherhaus, Wohn- und Stallgebäuden und Remise aus der Zeit kurz nach 1900, aber auch einen in grobem Kontrast dazu ausgeführten Schweinestall aus den 1960er Jahren sowie weitere Nebengebäude.
Das Herrenhaus und die Hofanlage, die Gartenanlage vor dem Herrenhaus wie auch die Brücke über den Engelsbach, die der Gutsbesitzer Christian J. Koch um 1848 als Zufahrt zu seinen Ländereien im Melbtal errichtete, sind denkmalgeschützt. Ebenso das ehemalige Verwalterhaus unweit der Brücke am Melbweg Nr. 9. Alle gemeinsam bilden das für Bonn und seine Region historisch bedeutsame Kulturdenkmal Gut Melb.
Warum steht Gut Melb unter Denkmalschutz?
Das Gut konnte in der heute noch deutlich erkennbaren Repräsentativität entstehen, weil es zwar als landwirtschaftlicher Betrieb errichtet wurde, die Mittel dazu aber aus den Vermögen eines Kaufmanns und eines Unternehmersohnes kamen. Damit steht das Denkmal in der Tradition des Landschaftsparks Melbtal.
Kurfürst Maximilian Franz (1756 – 1801) ließ das Melbtal von Ippendorf bis zur Oberen Mühle (dem Standort des Melbbads) ab 1786 zu einem Landschaftspark nach englischem Vorbild ausbauen. Nach Ende der Kurfürstenregierung 1803 verfiel der Landschaftspark und wurde zum Holzeinschlag genutzt. In den 1870er und 80er Jahren bemühten sich der Gutsbesitzer und der Verschönerungsverein für Bonn und Umgebung, wieder an die Tradition des Landschaftsparks anzuknüpfen.
Zeitgleich entstand nach und nach der ansehnliche Vierseithof als Herz von Gut Melb, das nicht nur Ästhetik und Bauweise seiner Zeit repräsentiert, sondern auch die historische Nutzung des Melbtals dokumentiert und eine identifikationsstiftende Funktion für dasselbe hat.
Damit besteht an der Erhaltung und Nutzung dieses seit 2016 leerstehenden Baudenkmals ein öffentliches Interesse, das auch städtebaulich begründet ist.
Das Bieterverfahren des BLB
Im Zuge des aktuellen Bieterverfahrens durften wir Ende Juli zum ersten Mal in kleiner Besetzung die gesamte Hofanlage besichtigen. Der bauliche Zustand des denkmalgeschützten Ensembles hat uns bestürzt.
Nahezu alle Gebäude weisen erhebliche Schäden durch jahrelangen Leerstand und Vandalismus auf. Fast sämtliche Fenster wurden zerstört, viele der noch aus dem 19. Jahrhundert datierenden Rahmen herausgebrochen, desgleichen Bodendielen, Dachziegel und Teile von Zimmerdecken. Überall liegen Scherben, durch die Fensteröffnungen ist Vegetation in das Gebäude hineingewachsen, in nahezu allen Gebäudeteilen des Vierseithofes finden sich Graffiti und Spuren unbefugten Betretens.



Eindrücke von der Begehung Ende Juli 2026.
Dass ein Kulturdenkmal dieser Bedeutung über einen so langen Zeitraum offenbar nicht einmal durch einfache Sicherungsmaßnahmen – etwa das Verschließen oder Verschalen gefährdeter Öffnungen – vor weiterem Verfall geschützt wurde, ist erschütternd. Es erfüllt uns als Bürgerinitiative, die sich seit Jahren für den Erhalt von Gut Melb einsetzt, neben dem aus unserer Sicht unbefriedigenden Verlauf des Verkaufsverfahrens mit großer Sorge.
Mit dem Vorhaben des BLB, dieses geschichtsträchtige Denkmal gegen Höchstgebot zu verkaufen, geht nun darüber hinaus das Risiko einher, dass es durch eine rein private Nutzung der Öffentlichkeit entzogen wird.
Unser Ziel: erhalten, öffnen, langfristig tragen
Wir wollen Gut Melb denkmalgerecht sanieren und als gemeinwohlorientierten Ort für Bildung, Kunst und Kultur, Naturerleben, internationalen Austausch und Begegnung entwickeln. Dieser soll langfristig wirtschaftlich tragfähig sein.
Gastronomie, Tagungen und Seminare, temporäre Unterbringung, Kulturveranstaltungen und Kooperationen sollen eigene Einnahmen erwirtschaften und dazu beitragen, den laufenden Betrieb und langfristig auch die Investitionen zu tragen.
Die Verbindung von Denkmalpflege, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit und einem tragfähigen Nutzungskonzept ist eine großartige Chance. Damit daraus Realität werden kann, müssen wir jetzt die passenden Partner finden.
Viel Resonanz auf unser Sommerfest
Dass unser Vorhaben viel Anklang findet bei den Menschen aus Bonn und der Region, beweist die große Resonanz, auf die wir mit unserem Sommerfest Anfang Juli gestoßen sind. Weit über hundert Gäste hatten sich angemeldet. Nicht alle von ihnen sind gekommen, dafür jedoch viele andere ganz spontan.
Die zahlreichen Gespräche, die sich während des Festes ergaben – sowohl in der offiziellen Diskussionsrunde mit Ute Lange (i3kommunikation), die auf die Präsentation unseres Nutzungskonzeptes folgte, als auch anhand des Architekturmodells der Studierenden der Alanus Hochschule (Lena Stadtfeld, Luis Bongardt, Nicolai Schwarz) und im persönlichen Austausch bei Speis und Trank –, haben gezeigt, wie groß das Interesse der Bürgerschaft an der Zukunft von Gut Melb ist.


Allen, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, möchten wir auch auf diesem Wege noch einmal herzlich danken.
Jetzt kommt es darauf an
Es bleibt uns nicht viel Zeit, um Geldgeber bzw. Finanzierungspartner finden, die bereit sind, unser Konzept mit uns zu realisieren, welches die Tradition von Gut Melb und Innovation vereint, regionale Wurzeln stärkt und zugleich über Bonn hinausstrahlt.
Was wir jetzt besonders brauchen, sind Menschen, die in Gut Melb investieren, unser Anliegen finanziell oder mit ihrer Expertise unterstützen und mit uns an einer tragfähigen Zukunft für diesen besonderen Ort arbeiten.
Wenn Sie über entsprechende Expertise, Kontakte oder finanzielle Möglichkeiten verfügen oder jemanden kennen, der zu unserem Vorhaben passen könnte, melden Sie sich bei uns.
Bitte helfen Sie uns auch, die Menschen zu erreichen, die wir bzw. die uns noch nicht kennen, und leiten Sie diesen Newsletter weiter.
Tag der offenen Tür im Vereinshaus Ippendorf
Wenn Sie uns unterstützen oder kennenlernen wollen, schreiben Sie uns an, besuchen Sie unseren Stand am Tag der offenen Tür im Vereinshaus des Ortsausschusses Ippendorf am
Sonntag, 20. September, 14 bis 19 Uhr
Röttgener Str. 73, 53127 Bonn
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