Gut Melb Exposé

Executive Summary

Was: Gut Melb ist eine historische denkmalschützte Hofanlage, erbaut um 1845.

Lage/Eigentum: Naturschutzgebiet Melbtal, umgeben von Grün- und Forstflächen östlich des Engelsbachs, zwischen den Bonner Stadtteilen Ippendorf auf dem Venusberg und Poppelsdorf; Eigentum des Landes NRW.

Nutzfläche: 9 Gebäude, ca. 5.000m² (Mietfläche von 3.883 m²) Gebäudefläche, ca. 11ha Grundstücksfläche.

Geschätzte Gesamtinvestition: je nach tatsächlicher Ausgangslage 14-21 Millionen Euro für denkmalgerechte Sanierung und Umbau.

Zustand: Seit 2016 leerstehend & ungenutzt, stark sanierungsbedürftig, Ensemble verfällt.

🎯 Revitalisierung des Denkmals: CO₂-neutrale Sanierung und Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Campus und Ortes der Begegnung für ökologische Transformation, kreative Exzellenz, soziale Landwirtschaft, Kultur und inter-nationalen Austausch, der sich langfristig durch vielfältige Nutzung selbst finanziert. Ein detaillierter Finanzplan liegt im Entwurf vor.

In dem gemeinnützigen Verein GUT MELB INITIATIVE e.V. haben sich Bürgerinnen und Bürger aus Bonn zusammen-geschlossen mit dem Ziel, sich für einen gemeinnützigen Erhalt von Gut Melb mit Bürgerbeteiligung einzusetzen. Gemeinsam mit dem Verein UNSER MELBBAD e.V. und der Initiative LANDSCHAFTSSCHUTZ IM WINGERT bilden wir eine starke Achse für das Melbtal.

Die Gut Melb UG, die sich zur Zeit in Gründung befindet, wird als zentrale Organisationseinheit die Umsetzung des Gesamtkonzepts steuern und koordinieren. Damit stellen wir sicher, dass Planung, Finanzierung und Realisierung aus einer Hand erfolgen und die langfristige Tragfähigkeit gewährleistet ist.

Die Gut Melb Initiative e.V.

Der gemeinnützige Verein GUT MELB INITIATIVE e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, den historischen Gutshof gemeinwohlorientiert zu revitalisieren.

Von der CO₂-neutralen Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles über die Ener­gie­versorgung bis zum Betrieb setzen wir dabei auf Ressourcen­schonung.

Unsere Vision

Gut Melb soll sowohl Denkmal als auch Naturraum bleiben und der Bonner Bevölkerung als Veranstaltungs-, Lern- und Erholungsort zugänglich gemacht werden, der durch seine Nähe zur Natur, nachhaltige Landwirtschaft und zukunftsfähige Technologien als Vorbild für ökologischen und rücksichtsvollen Umgang mit den Ressourcen dient.

Nachhaltigkeit, Zukunfts- und Gemeinwohlorientierung stehen im Fokus unseres Konzepts, welches die Tradition von Gut Melb und Innovation vereint, regionale Wurzeln stärkt und zugleich über Bonn hinausstrahlt. Es verbindet:

1. Landwirtschaft & Natur im Wandel

Erhalt, Erprobung und Vermittlung nachhaltiger Nutzung von Natur- und Kulturlandschaften.

  • Soziale Landwirtschaft/Green Care:
    – Haltung von historischen Nutztierrassen, Ponyhof für Kinder und Jugendliche, heilpädagogisches Reiten, Pensionspferdehaltung, Ferienkurse
    – Acker- und Gartenbau/Urban Gardening
    – Der angrenzende Naturwald wird in Citizen Science und Umweltbildungsangebote für Kinder und Jugendliche eingebunden.

 

  • Lehrwerkstätten, Lehrküche, Bistro & Café:
    Neben Lehrwerkstätten für Auszubildende und Workshops wird es eine moderne Lehrküche u.a. für Kochkurse geben und für die hauseigene Gastronomie. Ein Bistro & Café versorgen die auf dem Campus Wirkenden wie auch die Öffentlichkeit.
  • Kreislaufwirtschaft als gelebtes Prinzip:
    Von Kompostierung bis Regenwassernutzung werden Stoffkreisläufe vollständig geschlossen gedacht und erprobt.

2. Kunst & Gesellschaft im Dialog

Gut Melb wird lebendiges Zentrum kulturellen Schaffens, wo sich Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft auf Augenhöhe begegnen und miteinander interagieren.

  • Kulturelle Bildung & Teilhabe:
    Kinder- und Jugendprojekte, offene Ateliers, Werkstätten und thema­tische Veranstaltungsreihen fördern niedrigschwellig Nachhaltigkeitskompetenz. Für Konzerte und Proben wird es einen akustisch optimierten Musiksaal geben, der auch für Ausstellungen genutzt werden kann.
    • Interdisziplinäre Fellowships:
      Wir wollen für die besten und kreativsten jungen Köpfe, was Beethoven seinerzeit in Bonn vorfand: die Möglichkeit, in einem aufbrechenden Umfeld das erlernte Handwerk anzuwenden, neue Projekte zu ersinnen und Partner zu finden. Gut Melb ist der ideale Inkubator, der Ort, an dem in Abgeschiedenheit originelle Ideen und Ansätze reifen und sodann einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Hier schaffen wir ein Zentrum für inter-disziplinären Dialog zwischen Musik, Malerei und Literatur, mit Wohnmöglichkeiten auf Zeit zum kreativen und forsch­enden Arbeiten (Artists/ Scientists in Residence), und fördern dieses zum Beispiel mit unseren Beethoven-, Macke- und Literatur-Fellowships.

    3. Wissenstransfer & Innovation

    Wir sehen Gut Melb als Labor für Zukunftsfragen, in dem Forschung, Dialog und internationale Kooperation lokal verankert durch Hochschulkooperationen europäisch gedacht werden.

    • Veranstaltungsort und Innovationszentrum:
      Gut Melb bietet technisch modern ausgestattete Räume für Seminare, Work­shops, Tagungen und Konferenzen, Co-Working und digitale Projekte (z.B. Musik- und Podcast-Studio). Die Bevölkerung ist ausdrücklich eingeladen, teilzuhaben und mitzu­wirken.

     

    • Internationale Vernetzung:
      Durch Partnerschaften mit zivil­gesell­schaft­lichen, entwicklungspolitischen und wissenschaftlichen Organisationen wird ein starkes internationales Netzwerk geschaffen, eng verwoben mit der Agenda 2030 und den Sustainable Development Goals (SDGs).

      Umsetzung

      Die GUT MELB INITIATIVE e.V. und in Gründung befindliche Gut Melb UG streben eine zukunftsweisende Kooperation mit Partnern wie dem Beethovenfest Bonn, der Stadt Bonn, Stiftungen und Stiftern, den Hochschulen der Region, in Bonn ansässigen UN-Organisationen, dem Land NRW sowie europäischen Partnern an. Die Gut Melb UG wird öffentliche Fördermittel und Investitionen sichern.
      Eine Besichtigung der zur Hofanlage gehörenden Gebäude von Gut Melb war bisher nicht möglich. Aufgrund des langjährigen Leerstands ist von einer Komplettsanierung derselben auszugehen, die wir auch in Kooperation mit lokalen Ausbildungsbetrieben durchführen möchten. Ein detailliertes Finanzkonzept für dieses Szenario liegt im Entwurf vor und wird entsprechend der Kenntnislage weiterentwickelt.

      Gemeinwohlorientierung als Fundament

      Die dauerhafte Ausrichtung auf das Gemeinwohl ist das Herzstück unseres Konzepts. Gut Melb soll ein einladender, offener Ort für alle sein. Der Standort wird per ÖPNV, Fahrrad und barrierefreie Transferangebote für beeinträchtigte Bürger*innen erreichbar sein.

      Nachhaltigkeit und Bewahrung des einzigartigen Charakters von Gut Melb

      Landschafts-, Denkmal- und Naturschutz begreifen wir als zentrale Voraussetzung für den Geist des Ortes. Äußerliche Veränderungen am Baubestand werden so gering wie möglich gehalten, um die historische Aura zu bewahren.

      Die Sanierung des Ensembles soll nach modernsten energetischen Standards erfolgen, wie es beim Künstlerhaus Boswil in der Schweiz gelungen ist. Eigene Energieerzeugung wird angestrebt.

      Einnahmequellen & Refinanzierung

      Um die Wirtschaftlichkeit zu sichern, sind folgende Einnahmemodelle vorgesehen:

      • Vermietung:
        Regelmäßige Einnahmen durch Vermietung der Wohn- und Arbeitsflächen im Residenzbetrieb, auch durch Künstlerstipendien finanziert. Einnahmen durch Stall- und Weidepacht.
      • Workshops und Tagungen:
        Einnahmen aus der Vermietung von Seminarräumen und Durchführung von Bildungs- und Innovationsangeboten.
      • Bistro/Café und Erlebnisformate:
        Zusatzerlöse aus Veranstal­tungen, Hofführungen, Kulturprogrammen, Seminaren, Kochkursen und Konzerten.
      • Forschungs- und Bildungspartnerschaften:
        Einnahmen aus Kooperationen mit Hoch­schulen, Drittmitteln für Forschungsprojekte und Bildungsprogramme.
      • Fördergelder:
        EU- und öffentliche Fördergelder für denkmalgerechtes und zukunftsfähiges Bauen, Gemeinwohlorientierung, Zukunftsforschung. Projektbezogene Zuschüsse zur laufenden Finanzierung und Investitionserleichterung.